E-Learning: Lernen mithilfe digitaler Medien

Schüler lernt am Computer

Der digitale Wandel bietet vielseitige Möglichkeiten, um Lerninhalte auch multimedial aufzubereiten. E-Learning bezeichnet Lernformen, die Lernende medial unterstützen: Dabei werden Inhalte vernetzt aufbereitet und sowohl zeit- als auch ortsunabhängig für die Lernenden bereitgestellt. Im schulischen Umfeld lässt sich E-Learning auf unterschiedliche Weise einbinden. Schüler/innen profitieren von interaktiven Lernprozessen und lernen dabei, mit digitalen Medien umzugehen.

E-Learning im Klassenzimmer

Die meisten Schüler/innen sind mit Computern, mobilen Geräten und dem Internet bereits vertraut und nutzen diese Medien regelmäßig. Es liegt deshalb nahe, auch Lernprozesse über diese vertrauten Medien anzubieten und die Möglichkeiten entsprechend zu nutzen. E-Learning bietet dabei mehrere konzeptuelle Möglichkeiten:

Multimedialität – die Einbindung unterschiedlicher Medien

Interaktivität – Lerninhalte interaktiv erarbeiten

Vernetzung – Austausch in Arbeitsgruppen

Blended Learning

Für den schulischen Einsatz von E-Learning eignet sich besonders Blended Learning – die Vermischung von medialem Lernen und klassischem Präsenzunterricht. Hierbei wird der klassische Unterricht beispielsweise durch eine Lernplattform ergänzt, die auch zu Hause selbstständig zur Vertiefung des Lernstoffs genutzt werden kann. Die Nutzung der Lernplattform wird mit den regulären Präsenzstunden so verknüpft, dass sie von den Schülern nicht als Zusatzaufgabe, sondern als Lernunterstützung empfunden wird. Dies kann erreicht werden, indem die Einbindung regelmäßig und als fester Bestandteil des Unterrichts realisiert wird.

Lernplattformen

Das Angebot an Lernplattformen ist vielseitig. Während die Grundfunktionen bei allen Plattformen ähnlich sind, gibt es in jeder Lernplattform spezifische Module und Funktionen, mit denen besondere E-Learning-Situationen abgebildet werden können.

Lernplattformen wie moodle und Ilias lassen sich beim E-Learning an verschiedenen Stellen einbinden:

  • Unterrichtsmaterialien können bereitgestellt und verwaltet werden, sodass die Schüler/innen zu jeder Zeit Zugriff darauf haben und die Lerninhalte selbstständig bearbeiten können.
  • Arbeitsgruppen können angelegt werden, damit Schüler im Gruppenverband Aufgaben lösen können.
  • Auch die Abgabe der Ergebnisse kann über Lernplattformen abgewickelt werden: Dazu laden die Lernenden die digital gelösten Aufgaben einfach hoch. So kann die Lehrkraft unkompliziert den Lernstand des Einzelnen wahrnehmen und bewerten.
  • Fragen, welche sich während der Bearbeitung der Aufgaben ergeben, können online innerhalb des Klassenverbands oder mithilfe der Lehrkraft geklärt werden.

E-Learning: ein Für und Wider

Sowohl Schüler/innen als auch Lehrkräfte profitieren durch den zeit- und ortsunabhängigen Zugriff auf das Unterrichtsmaterial. Dadurch eröffnet sich eine Lernumgebung ohne feste Öffnungszeiten und der Möglichkeit, sich jederzeit mit anderen Lernenden oder der Lehrkraft austauschen zu können. Zusätzlich wird Unterrichtsausfall vorgebeugt: Denn mithilfe von Lernplattformen können dennoch Lernmaterialen und Aufgaben online bereitgestellt werden. Weiterhin verlaufen die Lernprozesse individueller. Die Lehrer/innen können Lernfortschritte einfach überblicken und Arbeitsaufträge an den Wissensstand einzelner Schüler/innen anpassen. Schüler/innen erlernen während der Aneignung von fachlichem Wissen gleichzeitig einen sinnvollen Umgang mit Medien, mit dem sie Lernprozesse unterstützen können.

Auch bei Gruppenarbeiten erweist sich E-Learning als sinnvolle Unterstützung: Schüler/innen können sich in Foren austauschen und sich gegenseitig Fragen beantworten. Die Lehrkraft kann bei Bedarf Hilfestellung geben. Werden alle Arbeitsschritte und Lernergebnisse digital gespeichert, hat die Lehrkraft stets einen Überblick über die Lernfortschritte einzelner Schüler.

E-Learning unterstützt Lernende, kann jedoch Präsenzunterricht nur ergänzen. Denn die Lehrkraft sollte für die Schüler/innen nicht ausschließlich via Lernplattform, sondern auch als Mensch erreichbar sein. Deshalb wird für den schulischen Bereich Blended Learning empfohlen, das mediengestütztes Lernen mit Präsenzunterricht vereint. Für die Einarbeitung in Lernplattformen ist sowohl auf Schüler- als auch Lehrerseite etwas Zeit einzuplanen. Sollen die Schüler/innen auch außerhalb des Unterrichts Lernplattformen verwenden, muss sichergestellt werden, dass für jeden Lernenden die notwendigen technischen Mittel vorhanden sind und das alle Auflagen zum Datenschutz eingehalten werden können.