Foto-Projekte

Die Fotografie ist bereits über 200 Jahre alt und dennoch hochaktuell. Selfies haben weite Verbreitung gefunden, Jugendliche veröffentlichen Bilder in sozialen Netzwerken. Wirklich Jede/r hat schon einmal fotografiert. Daher ist es leicht, damit auch in der Schule einzusteigen. 

Fotografieren in der Schule

Es ist sehr einfach geworden: Fast alle Schüler/innen (spätestens ab Klasse 6) haben immer und überall eine Kamera dabei: am Smartphone. Auch sonst sind Kameras weit verbreitet. Familien besitzen Digitalkameras für Urlaubsfotos, Schulen haben ebenfalls bereits Fotokameras angeschafft, vielleicht arbeiten Sie sogar mit Tablets in der Schule. 

Wichtig an kreativen Projekten wie einem Foto-Projekt ist – selbst wenn der Prozess im Vordergrund steht – immer das Produkt: Das will gezeigt werden und muss Feedback bekommen. Nichts ist demotivierender als ein Foto, das nur in der Kunstmappe oder dem Arbeitsheft landet. Gestalten Sie eine Fotoausstellung oder lassen Sie Ihre Schüler/innen die jeweils besten Fotos vor der Klasse präsentieren.

Achtung: Recht am eigenen Bild!

Wenn es sich um Fotos handelt, auf denen Personen abgebildet sind, holen Sie sich erst das Recht zur Veröffentlichung von den abgebildeten Personen bzw. deren Eltern ein!

Projektideen

Ob die Bilder im Fotoladen ausgedruckt und im Schulflur ausgestellt, im Intranet der Schule, einer Präsentation oder sogar in einem Blog veröffentlicht werden, hängt ganz von Inhalt und Ziel ihres Projekts ab. Im Folgenden finden Sie fünf Projektideen:

1. Miniatur-Fotografie

2. Fotostory

3. Lochkamera bauen

4. Lightpainting

5. (Selbst-)Porträtfotografie

Tipp!

Die Bildbearbeitungssoftware Gimp kann kostenlos im Internet heruntergeladen werden.

Fotografie als Werkzeug

Foto-Projekte können in jedem Fach durchgeführt werden. Das visuelle Medium kann schließlich auf eine Vielzahl an Themen angewandt werden. Fotografie lässt sich jedoch auch als Werkzeug im Fachunterricht nutzen.

Hier einige Beispiele: 

Naturwissenschaften und Mathematik

Deutsch und Fremdsprachen

Geschichte und Politik

Sport

Kunst

Fotografie im Schulalltag

Anhand der vielen Einsatzmöglichkeiten im Unterricht wird deutlich: Fotografie hat viele Anwendungsmöglichkeiten. Das Schulleben außerhalb des Unterrichts ist ebenfalls geprägt davon. Schulfotografen kommen und machen professionelle Einzel- und Klassenfotos. Fotos von großen Veranstaltungen, wie Schulfesten oder besonderen Aktionen, Aufführungen hängen an den Wänden. Schülervertreter, Schulleitung, Vertrauenslehrer/innen hängen informativ am Schwarzen Brett aus.

Diese dokumentarische Fotografie, aber natürlich auch künstlerische Fotografie kann in einer AG gebündelt werden. Die Schülerzeitungs-AG kann beispielsweise durch eine Foto-AG ergänzt werden, die passende Bilder liefert. Genauso könnte der Flur zum Sekretariat durch regelmäßig wechselnde Fotoausstellungen verschönt werden. In so einem Rahmen können Schüler/innen ihre Talente und Kenntnisse entdecken, ausbauen und präsentieren. Insbesondere – aber nicht nur – Kinder und Jugendliche mit Sprachproblemen können in der Fotografie ein international verständliches Ausdrucksmittel finden.

Warum eignen sich Fotoprojekte im pädagogischen Kontext?

Für Jugendliche ist Fotografie ein wichtiges Werkzeug zum Selbstausdruck. Mit Selfies als Profilbilder und Kanälen, auf denen sie sich und ihren Alltag inszenieren, nutzen sie Fotografie bereits zum Ausdruck für Zugehörigkeit und Abgrenzung – sie werden zu einem wichtigen Teil ihrer Persönlichkeitsentwicklung.

Durch die Umsetzung in einer AG oder im Unterricht kann Fotografie fachlich und pädagogisch begleitet werden. Auf der einen Seite können Kenntnisse zu Perspektiven, Belichtungszeit oder Bildausschnitt und Komposition erworben werden. Auf der anderen Seite kann Fotografie als Mittel zur Förderung von Gruppenprozessen, zur Selbstreflexion oder um sich in andere hineinzuversetzen genutzt werden. Fotografie kann also genauso als Kunstform begriffen wie als (medien-) pädagogisches Instrument genutzt werden.

Fotografie ermöglicht Perspektivwechsel. Die Schüler/innen lernen, sich auf Details zu konzentrieren – auf das, was im Bildausschnitt relevant ist. Die multimediale Welt wird mithilfe dieses Werkzeugs auf einen kleinen visuellen Ausschnitt reduziert. Somit zwingt Fotografie zur Strukturierung und Fokussierung auf das Wesentliche, ohne dabei komplex und überfordernd zu sein. Im Gegenteil – sie begeistert durch ihre Einfachheit.

Unterstützung bei der Umsetzung

Wer mehr zur Theorie der Fotografie sowie dem technischen Umgang mit der Kamera lernen möchte, kann auch Kurse bei der VHS belegen oder sich im örtlichen Medienzentrum informieren. Unterrichtsmaterialien zum Thema Fotografie finden sich auch auf EDMOND NRW. Kameras, Foto- oder Tablet-Stative können in einigen Orten auch geliehen werden. Wo es im Ort einen Technikverleih gibt, können Sie im Medienpädagogischen Atlas herausfinden.