Publikation | Meldung vom 30.11.2018

20. JIM-Studie veröffentlicht – Ein Überblick

In dieser Woche wurde die diesjährige Studie „Jugend, Information, Medien“ veröffentlicht, die den Medienumgang der 12- bis 19-Jährigen untersucht.

Der Medienpädagogische Forschungsverband Südwest befragte zwischen Mai und August 1200 Jugendliche aus ganz Deutschland telefonisch nach ihrem Medienumgang. 80 % der Befragten sind Schüler/innen. 63 % gehen auf ein Gymnasium, 36 % teilen sich in Haupt- und Realschule auf.

Gerätebesitz

Die Haushalte, in denen Jugendliche leben, sind medial gut ausgestattet: 99 % besitzen ein Smartphone, 98 % einen Computer oder Laptop, 98 % haben einen Internetzugang, 95 % ein Fernsehgerät. Tablets gibt es in 67 % der Haushalte, in 22 % der Haushalte sind Wearables vorhanden, in 14 % ein digitaler Sprachassistent. Videostreamingdienste haben deutlich an Wichtigkeit gewonnen: 77 % nutzen einen solchen. Auch Musikstreamingdienste werden in 68 % der Haushalte verwendet. Die Tageszeitungs-Abos sind nicht weiter zurückgegangen, Zeitschriften-Abos haben sogar leicht zugenommen.

Beim Gerätebesitz der Jugendlichen gibt es im Vergleich zum Vorjahr kaum Unterschiede. Der Besitz von eher klassischen Geräten, wie Fernsehern, festen Spielekonsolen, Radios, aber auch von Tablets, geht bei den Jugendlichen leicht zurück. 11 % besitzen ein eigenes Wearbale, 6 % einen eigenen digitalen Sprachassistenten.

Beschäftigungen

In der allgemeinen Freizeitbeschäftigung fällt im Zehn-Jahres-Vergleich auf, dass das Treffen mit Freunden um 17 Prozentpunkte zurückgegangen ist, allerdings haben Familienunternehmungen um 16 Prozentpunkte zugenommen. Im Vergleich zum Vorjahr wird deutlich, dass die Relevanz von Online-Videos (von 86 % zu 90 %) sowie von Streaming-Diensten (von 38 % zu 62 %) weiter zunehmen und klassische Medienbeschäftigungen wie zum Beispiel das Fernsehen (73 %) und Radio (70 %) weiter abnehmen. Aber auch die Tabletnutzung hat sich von 31 % auf 24 % reduziert.

In den letzten zehn Jahren lag die Beschäftigung „Bücher lesen“ leicht schwankend immer um die 40 %. Musik hören die Befragten hauptsächlich über Musik-Streaming-Dienste (2018: 62 %). Die Relevanz klassischer Trägermedien wie CDs und MP3s dagegen nimmt deutlich ab (2018: 24 %).

Ins Internet gehen Jugendliche hauptsächlich über das Smartphone, wobei auffällt, dass Mädchen das Smartphone dafür zu 88 % nutzen, während Jungen dies nur zu 71 % tun. 21 % der Jungen nutzen als Zugang zum Internet einen Computer, während dieser bei Mädchen zu diesem Zweck nur bei einem Prozent eine Rolle spielt. Betrachtet man die letzten 10 Jahre im Überblick, so fällt auf, dass das Internet mit der Zeit weniger zur Informationssuche genutzt wird, auch die Kommunikation über dieses nimmt leicht ab. Wichtiger werden die Bereiche Unterhaltung und Spiele.

Apps

Die beliebtesten Apps sind WhatsApp, Instagram, YouTube und Snapchat. Auch Musik- und Video-Streamingdienste reihen sich in die wichtigsten Apps ein. Facebook verliert weiter deutlich an Wichtigkeit, Instagram und Snapchat dagegen nehmen zu. 15 % der 12-13-Jährigen nutzte 2018 Musically (heißt jetzt TikTok), der größte Teil der Nutzer/innen sind Mädchen. Mit dem Alter nimmt das Interesse für die App ab.

Weitere Ergebnisse, auch zu den Themen „Vertrauen in Nachrichtenangebote“, zu digitalen Spielen, zu Mobbing im Internet und zur Entwicklung über die letzten 20 Jahre finden Sie in der kompletten Studie zum Download.


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