Publikation | Meldung vom 20.11.2018

Studie zur „Generation Internet" vorgestellt

Gestern wurde eine U25-Studie mit dem Titel „Euphorie war gestern – Jugendliche und junge Erwachsene zwischen Glück und Abhängigkeit" vom Deutschen Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) im vorgestellt.

Für die Studie wurden 1730 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 24 Jahren befragt. 99% der befragten 14-24-Jährigen halten sich täglich und vielfältig im Internet auf. Die junge Generation sieht zwar primär Chancen und Verbesserungen durch digitale Innovationen, aber sie nehmen auch Risiken wahr. Dazu gehören vor allem:

  • Identitätsgefährdung (Beleidigung, Mobbing, Veröffentlichung von Privatem mit Auswirkungen auf die soziale und berufliche Zukunft)
  • Fakes (Unterscheidung von Wahrheit und Unwahrheiten)
  • das Empfinden des Internets als Black Box (Wer weiß über welche Online-Aktivitäten Bescheid, Tracking und Cookies bekannt, aber Ausmaß diffus – welche Sicherheitsmaßnahmen sind sinnvoll?)

Datenschutz sehen die 14 bis 24-Jährigen als zu komplex an, weshalb das Problem nicht aktiv angegangen wird. Dafür werden soziale Netzwerke weniger als Plattform für die eigene Meinungsäußerung genutzt – dies wird Blogger/innen und Influencer/innen überlassen. Messaging-Dienste werden dem gegenüber bevorzugt, was sich in einem Rückgang der jungen Facebook-Nutzer/innen zeigt. Das Internet wird von der Zielgruppe weniger als positiver Gestaltungsraum gesehen, sondern mehr als Grundvoraussetzung zur Teilhabe. 41 % der Jugendlichen haben Angst, dass Vieles in Zukunft nur noch über das Internet erledigt werden kann. Die Abhängigkeit sorgt Jugendliche, da das Internet, wenn es nicht gerecht und fair gestaltet ist, ihrer Meinung nach katastrophale Folgen haben kann.

Die Befragten sehen sich nicht als überdurchschnittlich kompetent in Bezug auf das Internet an, nur weil sie jung sind. Insbesondere junge Menschen mit niedrigem formalem Bildungsniveau sehen die Schule in der Pflicht, Grundwissen im Umgang mit digitalen Medien zu vermitteln.

Trotz der problematischen Aspekte sehen 14-24-Jährige mehr Chancen als Risiken in der Digitalisierung und wollen, dass diese ausgebaut wird. Sie wollen jedoch die undurchsichtigen Vorgänge im Internet verstehen und dass die digitale Zukunft eines fairen Internets vorbereitet wird.

Die gesamte Studie kann hier heruntergeladen werden.


Laufend informiert bleiben! Melden Sie sich jetzt zum Newsletter des Medienkompetenzportals NRW an!