14.11.2019

Trendreport: Kinder/Jugendliche und sexualisierte Onlineinhalte

Kinder und Jugendliche sollten vor Begegnungen mit Inhalten geschützt werden, die für ihr Alter unangemessen sind. Doch gerade online finden sie Orte wie YouTube, soziale Netzwerke oder Suchmaschinen, an denen sie ungewollt auf sexualisierte Inhalte treffen können.

Zwar darf Minderjährigen kein pornographisches Material zugänglich gemacht werden, jedoch interessieren sich Jugendliche entwicklungsbedingt zunehmend für Sexualität. Dadurch kann es zu ersten Begegnungen mit sexualisierten Onlineinhalten kommen, die sie entweder selbst entdecken oder die ihnen zugeschickt werden. Gerade diese ersten Begegnungen können auf sie sehr verstörend wirken.

In der medienpädagogischen Arbeit ist des daher wichtig, unaufdringliche Gesprächsmöglichkeiten zu schaffen. Kinder sollten den Unterschied zwischen guten und schlechten Geheimnissen kennen und Ansprechpartner/innen für unangenehme Situationen kennen. Medienpädagog/innen sollten einen bedachten Umgang vermitteln und auf Gefahren, wie beispielsweise den ungewollten Onlinekontakt mit Pädophilen, hinweisen. Dazu gehört auch, ein selbstbestimmtes Handeln zu besprechen, das unter anderem die Bedeutung von „Nein heißt Nein“ oder den Umgang mit Druck zum Versenden freizügiger Inhalte mit einschließt. Wichtig ist hierbei, dass Persönlichkeitsrechte und der Jugendschutz insbesondere im Umgang mit pornografischem Material vermittelt werden.

Institutionen und Projekte in NRW, die sich mit dem Thema beschäftigen

Das Lore-Agnes-Haus in Essen arbeitet mit Schulklassen und Jugendgruppen zum Thema „Sexualität in den neuen Medien“ (z.B. Pornografie und Risiken beim Chatten) mit dem Ziel, dass Jugendliche sexualitätsbezogene Inhalte in den neuen Medien einordnen, bewerten und damit verantwortungsvoll umgehen lernen. Für Lehrerkräfte und andere Multiplikator/innen bieten sie Fortbildungen zum Thema "Pornografie – eine Herausforderung für die pädagogische Arbeit" an. Für Eltern organisieren sie Elternabende zum Thema "Jugendliche, Sexualität und Internet".

Die Film- und Medienakademie für Kinder und Jugendliche (FMKJ) führt Filmcamps durch bei denen auch Sexting bereits Thema entstehender Filme war.

Wenn Sie das Thema in Ihrer Institution behandeln oder es in Projekten zur Förderung von Medienkompetenz vorkommt: Dann melden Sie sich gerne bei uns und wir nehmen es an dieser Stelle auf.