Offene Kinder- und Jugendarbeit

Medien erleben

Vom einmaligen Radioprojekt im örtlichen Jugendtreff über das offene Computerspielangebot für Mädchen bis hin zur festen Spinxx-Redaktion mit jugendlichen Filmkritiker/innen in der Familienbildungsstätte – in offenen Angeboten für Kinder und Jugendliche gibt es häufig den nötigen Freiraum für handlungsorientierte Projektarbeit.

Viele niedrigschwellige Ansätze von praktischen Medienprojekten sind auch in Einrichtungen mit wenig technischer Ausstattung umsetzbar. Manche Einrichtungen haben sich auch thematische Schwerpunkte gesetzt und z. B. in ein Tonstudio oder Computerspielplätze investiert. Oftmals kann auch externes KnowHow samt Technik organisiert werden, z. B. bei Jugendradioprojekten für den Bürgerfunk.

Außerdem spielen in der Freizeitpädagogik die Mediengewohnheiten und -vorlieben der Kinder und Jugendlichen, aber auch ihre Probleme damit eine große Rolle. Der Königsweg: Beides verbinden. Ein Radioprojekt über Cybermobbing, Filmprojekte mit Snapchatfiltern oder mit TikTok in einem privaten Account spannende Mini-Filme erstellen. Den Ideen sind keine Grenzen gesetzt.

Chance Projektarbeit

Die Beteiligten haben bei handlungsorientierten Projekten die Möglichkeit, sich selbst einzubringen und die Ziele eines Projekts in der Gruppe abzustimmen. Das passiert zum Beispiel dann, wenn Jugendliche in aktiver Medienarbeit eigene Themen bearbeiten und in Form von Radio- oder Videobeiträgen veröffentlichen. Die Projektarbeit bietet Individuen Raum zur Entfaltung und zur Gestaltung eigener Entwürfe von Medienrealität.

Logo des Spieleratgeber NRW

Computer- und Konsolenspiele sind für Kinder und Jugendliche faszinierend. Diese Faszination lässt sich auch auf die medienpädagogische Arbeit übertragen. Beim Spieleratgeber NRW werden z. B. unter Anleitung erfahrener Medienpädagog/innen gemeinsam mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aktuelle und interessante Spiele getestet und beurteilt. Auch beim Projekt Hardliner wird eine Auseinandersetzung mit digitalen Spielewelten angeregt. Die beteiligten Jugendlichen spielen dabei u. a. ihre liebsten Computerspiele in der Realität nach, um die begrenzte sinnliche Erfahrung bei Bildschirmspielern durch authentische Erlebnisse auszugleichen.

Für Einrichtungen der Jugendhilfe bietet das Projekt Gecheckt! des Computerprojekts Unterstützung bei der praktischen Medienarbeit und Coaching. Gleiches gilt für das M-Team der GMK. Beide werden gesondert gefördert und sind mit geringen Zusatzkosten verbunden.

Logo von spinxx.de

Kritisch setzt sich auch das Projekt Spinxx als Onlinemagazin für junge Medienkritik mit Medien auseinander. Hier schauen 10-15-Jährige aktuelle Kinder- und Jugendfilme an und bewerten diese. Viele Kritiken können auf www.spinxx.de nachgelesen werden. Inzwischen wurden – verteilt über ganz NRW – einige feste Spinxx-Redaktionen gegründet. Koordiniert wird das Projekt vom JFC Medienzentrum Köln.

Auch das Medium Radio eignet sich sehr gut für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Die Technik ist relativ leicht zu bedienen und so rücken bei der Radioarbeit die Themen in den Vordergrund. Kinder und Jugendliche können sich mit ihrer Lebenswelt auseinandersetzen und die Themen aufgreifen, die sie beschäftigen. Über die Möglichkeit zur Veröffentlichung im Bürgerfunk werden alle Beteiligten zudem Teil der lokalen Öffentlichkeit. So können auch kontroverse Themen ihr Gehör finden. Auch das Drehen und Nachbearbeiten von Filmen ist durch die Digitalisierung der Technik immer einfacher geworden. Die entstandenen Produktionen können bei verschiedenen Wettbewerben eingereicht werden.

Logo des TV-Lernsenders nrwision

Auch einfache medienpädagogische Fernsehprojekte können mit Kindern und Jugendlichen durchgeführt werden. Fertige Beiträge können dann unter anderem über das Programm des TV-Lernsenders nrwision an die Öffentlichkeit gelangen.

Bei der aktiven Medienarbeit in einem Projekt steht das Handeln im Mittelpunkt. Der Mediennutzer steht den Medien nicht nur als Konsument passiv gegenüber, sondern wird mittels Medien aktiv, greift handelnd in seine Umwelt ein und gewinnt in der Praxis eine eigene Position gegenüber den Medien.

Ansprechpartner bei Problemen

Mitarbeiter/innen in der offenen Jugendarbeit müssen sich darauf einstellen, dass sie als Vertrauensperson angesprochen werden, wenn es Probleme mit der Mediennutzung gibt. Zudem gibt es viele Ansätze klassische handlungsorientierte Medienarbeit mit den sozialen Netzwerken der Jugendlichen zu verknüpfen. Deshalb ist es grundsätzlich sinnvoll, sich in der medialen Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen orientieren zu können.

Social-Media-Anfänger/innen sind sich oft nicht bewusst, wem sie alles Informationen über sich weitergeben und können Unterstüzung beim sicheren Einstellen ihrer Social Media Accounts gebrauchen. Sie begegnen dort vielen neuen Phänomenen. Das sind zum Beispiel neue Stars, denen sie nacheifern können. Diese machen als Influencer jedoch auch Werbung, die sich oft eher wie die Empfehlung einer guten Freundin anfühlt. Leider verbreitet sich an Orten, wo viele Menschen zusammenkommen auch Hass. Das geht im Netz gefühlt anonym und wird dadurch deutlicher sichtbar, als in der Welt außerhalb des Internets.

Logo von Juuuport

Das Thema Cybermobbing bzw. Cyberbullying berührt den Alltag vieler Jugendliche – sei es als Beteiligte/r, Betroffene/r oder Zuschauer/in. Im Zuge der ständigen Erreichbarkeit durch Smartphone, Soziale Netzwerke, Instant Messenger und Co werden Mobbingprobleme häufig aus der Schule heraus in den Nachmittag getragen. Eine gute Einführung in dieses Thema bietet der Schwerpunkt Cybermobbing von klicksafe. Dort werden auch die juristischen Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Zu dem Thema empfehlenswert: juuuport – eine Selbstschutz-Plattform von Jugendlichen für Jugendliche im Web. Bei juuuport helfen sich Jugendliche gegenseitig, wenn sie Probleme im und mit dem Web haben. Das Kinder- und Jugendtelefon steht telefonisch bei Fragen oder Problemen zur Verfügung.

News aus der Medienwelt erhalten Jugendliche beim Handysektor. Der Handysektor ist eine unabhängige Anlaufstelle für den digitalen Alltag – mit vielen Tipps, Informationen und auch kreativen Ideen rund um Smartphones, Tablets und Apps. Die Seite unterstützt Jugendliche jederzeit bei Fragen oder Problemen mit digitalen Medien. Statt Verbote oder den erhobenen Zeigefinger sollen die Jugendlichen fit gemacht werden, so dass sie selbst kompetent entscheiden können, wie sie mit digitalen Medien umgehen wollen.