01.07.2017

PowerUp – Medienpädagogik und Erziehungshilfe

PowerUp ermöglicht und unterstützt medienpädagogische Handlungspraxis im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe, im Speziellen der Hilfen zur Erziehung.

PowerUp auf einen Blick:

Logo PowerUp
  • Ein Projekt der Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW
  • Gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung
  • Praktische medienpädagogische Projekte, Leitlinien für Einrichtungen und Beratungsangebote unterstützen medienpädagogische Handlungspraxis in der Kinder- und Jugendhilfe
  • Stellt ein institutionsübergreifendes Netzwerk zum regelmäßigen Austausch zur Verfügung
  • Die Projektförderung hat eine Laufzeit von 3 Jahren. Die bestehende Förderung endet 2017 – eine Anschlussfinanzierung wird aktuell gesucht. 
  • Derzeit wird mit acht Kooperationspartnern in Nordrhein-Westfalen zusammengearbeitet

Weitere Informationen im MPA-Datenbankeintrag der Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW und unter www.projekt-powerup.de.

Kinder und Jugendliche im Bereich der Erziehungshilfe kommen meist aus schwierigen Verhältnissen. Sie sind sozial wie emotional häufig mit komplizierten Lebenssituationen konfrontiert, dazu können auch Erfahrungen mit dem Verlust der Eltern oder einem häufigen Wechsel der Bezugspersonen zählen. Pädagogische Fachkräfte in diesem Bereich sind oft familienergänzend oder familienersetzend tätig. Im Erziehungsprozess sind sie somit auch für die Vermittlung von Medienbildung und Medienkompetenz wichtig, gerade da Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen auch zu problematischer Mediennutzung neigen. Ziel der aktiven Medienarbeit sollte es sein, die junge Zielgruppe anzuleiten, Medien selbstbestimmt zu nutzen und sie so auch zur Teilhabe an verschiedenen Lebensbereichen wie Politik, Kultur und Gesellschaft zu befähigen. 

Medienpädagogische Arbeit in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe

Kinder beim Videodreh
Foto: PowerUp

Viele Einrichtungen aus dem Bereich der Erziehungshilfe sind weitestgehend präventiv tätig. Gearbeitet wird unter anderem mit Surf-Filtern oder bestimmten Zeitkontingenten bei der Nutzung von Medien. Dies geschieht vor allem um problematische Mediennutzung so weit wie möglich einzuschränken. Darüber hinaus besteht in vielen Einrichtungen ein großer Mangel an technischer Ausstattung. In der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen spielen jedoch digitale Medien eine große Rolle. So traten in den vergangenen Jahren einige Fachkräfte mit dem Wunsch, medienpädagogische Projekte in ihren Einrichtungen zu integrieren, an die Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW heran. Schnell stellte sich heraus, dass neben konkreten Projektangeboten auch ganze Medienkonzepte und Strukturen in den jeweiligen Einrichtungen geschaffen werden mussten. Die Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW entwickelte eine Projektidee und trug diese an die Bundeszentrale für politische Bildung heran. Im Jahr 2005 erhielt das Projekt dann von der Bundeszentrale für politische Bildung (BPB) eine Förderung bis Ende 2017. Mit acht Kooperationspartnern werden seitdem individuelle Projekte durchgeführt.

Ablauf

Kinder am Tablet
Foto: PowerUp

Da Einrichtungen der erzieherischen Kinder- und Jugendhilfe immer unterschiedlich sind, brauchen sie individuelle Konzepte, die auf die jeweiligen Strukturen zugeschnitten sind. Ziel des Projekts PowerUp ist es, aktive Medienarbeit nachhaltig in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe zu etablieren. Dazu werden in Zusammenarbeit mit verschiedenen Zielgruppen ein medienpädagogisches Konzept oder Leitlinien für den jeweiligen Kooperationspartner erstellt. Beteiligt sind dabei neben Trägern und Erzieher/innen immer auch Kinder und Jugendliche aus der Einrichtung. Die Zusammenarbeit mit PowerUp besteht meist über einen längeren Zeitraum. Mitarbeiter/innen von PowerUp stehen Fachkräften aus den Einrichtungen in dieser Zeit zur Seite. Sie beraten bei der Erstellung eines Leitbilds der Einrichtung zum Einsatz mobiler Medien und legen gemeinsam Grundbedingungen für medienpädagogische Projekte vor Ort fest. Um Erarbeitetes nachhaltig an den Einrichtungen zu etablieren werden zudem Schulungen mit den Fachkräften durchgeführt. Ziel der Kooperation ist es immer, Kindern und Jugendlichen einen kompetenten, selbstbewussten und sicheren Umgang mit digitalen Medien vermitteln zu können. 

PowerUp als Netzwerk

Neben der praktischen Arbeit in Einrichtungen der Erziehungshilfe versteht sich PowerUp auch als Netzwerk – unter den beteiligten Einrichtungen aber auch allen anderen Interessierten. Durch Treffen wurde und wird immer wieder der Austausch von Erfahrungen angeregt. So entstanden beispielsweise die auf der Homepage einsehbaren häufig gestellten, rechtlichen Fragen (FAQs). Die Vernetzungen bildet eine übergreifende Konstante, die langfristig Möglichkeiten zur gemeinsamen Weiterentwicklung bietet. Dieses Beispiel zeigt wieder einmal sehr schön, dass Netzwerkarbeit für alle Beteiligten einen Fundus an neuen Perspektiven und gegenseitigen Ergänzungsmöglichkeiten bietet, die die Arbeit bereichern.

Darüber hinaus werden auf der Homepage alle neuen Erfahrungen, durchgeführte Projekte oder erstellte Leitlinien veröffentlicht. Ziel ist es, anderen Einrichtungen den Weg zur Integration von digitalen Medien mit anschaulichen Beispielen zu erleichtern. Zwar müssen immer noch für jede Einrichtung individuelle Leitlinien und passende Konzepte gefunden werden, die Webseite von PowerUp kann bei vielen Schritten aber eine große Hilfe sein und Inspiration bieten. 

Gründe für die Auszeichnung als Empfehlung des Monats

Das Projekt PowerUp nimmt mit der Kinder- und Jugendhilfe und speziell der Erziehungshilfe ein vermeintliches Randgebiet in den Blick. Gerade hier erscheint die medienpädagogische Arbeit jedoch besonders wichtig, um mehrfach belasteten Kindern und Jugendlichen kompetenten und selbstbestimmten Umgang mit digitalen Medien nahezubringen. Dabei wird vor allem darauf geachtet, medienpädagogische Angebote nachhaltig in Einrichtungen zu integrieren und diese miteinander zu vernetzen um Erfahrungsaustausch zu fördern. Alle Prozesse bei PowerUp zeichnen sich zudem durch ihre Transparenz aus. Kinder und Jugendliche sind von Anfang an an der Erarbeitung von Leitlinien und Konzepten beteiligt und können ihre Wünsche äußern. Dies ermöglicht es beteiligten pädagogischen Fachkräften die Bedürfnisse in Bezug auf digitale Welten von Kindern und Jugendlichen genau kennenzulernen und diese in ihrer Einrichtung zukunftsorientiert zu integrieren.