Kraftstation Remscheid

Die eigene Freizeit gestalten, technische Prozesse verstehen lernen, eigene YouTube-Videos mit entsprechender Technik drehen. Im Soziokulturellen Zentrum in Remscheid können Jugendliche sich in verschiedenen Bereichen ausprobieren und Neues kennenlernen.

Die Kraftstation auf einen Blick

  • Soziokulturelles Zentrum in Remscheid
  • Ziel: Einblick in „Black Box“ geben und Jugendliche von der Konsumenten- in die Produzentenrolle bewegen
  • Zielgruppe: Kinder- und Jugendliche
  • Aktuelle medienpädagogische Schwerpunkte: Filmarbeit und Making
  • Angebote: offene Jugendarbeit, Workshops und Schularbeit

Weitere Informationen gibt es auf der Webseite sowie im MPA-Eintrag.

Arbeitsbereiche

Die Kraftstation ist ein soziokulturelles Zentrum mit vier Arbeitsschwerpunkten: Die offene Kinder- und Jugendarbeit, der Jugendkulturbereich, die Medienpädagogik und die schulbezogene Arbeit. Diese Bereiche greifen ineinander, um Kinder und Jugendliche ganzheitlich zu unterstützen und zu fördern. So gibt es sowohl bewusst medienpädagogische Projekte, wie zum Beispiel die sich regelmäßig treffende YouTube-Gruppe, als auch Bereiche, in denen Medienkompetenzförderung mitgedacht wird und einfließt.

Schulbezogene Arbeit

Bild: Kraftstation / Christin Pomp

Mit dem MoBiLe, dem Mobilen Lernen, geht die Kraftstation in Schulen oder wird von den Schulklassen in ihrer Einrichtung besucht. Die Kraftstation bietet Priojtekt verschiedener Formate, die je nach individueller Absprache mit Schulen gestaltet sind. Mit dabei sind ein- bis mehrtägige Projekte, zum Beispiel in Form eines mehrtägigen Crashfilmkurses, und zudem Angebote wie die AG zum Thema Freizeitgestaltung, die über einen längeren Zeitraum laufen. Dabei werden Fotostorys erstellt, Geocaching ausprobiert, Filme gedreht und Theaterstücke und Tanzeinlagen studiert.

Ein Beispiel für die Integration medienpädagogischer Inhalte in andere Bereiche ist das Theaterstück, bei dem Alltagsgegenstände durch die Benutzung von stromleitender Farbe zu interaktiven Geräten umgestaltet werden.

Offene Jugendarbeit

Das Herzstück der Kraftstation ist die offene Kinder- und Jugendarbeit. Die „Offene Tür“ ermöglicht Jugendlichen eine vielfältige Freizeitgestaltung: Kletterwand, Spielgeräte für den Außenbereich, Tonstudio, Kreativwerkstatt und vieles weitere. Als Ergänzung zur Offenen Tür gibt es feste Angebote, die wöchentlich stattfinden. So findet montags eine Computer-AG statt, dienstags gibt es die Möglichkeit in der Gaming-Gruppe ein eigenes Spiel zu entwickeln, mittwochs trifft sich die YouTube-Gruppe und arbeitet an individuellen Filmclips, donnerstags ist das Tonstudio betreut und freitags finden Politik- und Kulturveranstaltungen statt.

Jugendkultur

Die Kraftstation veranstaltet zahlreiche Kulturveranstaltungen, wie Konzerte oder das Kinderkino, das in der dunklen Jahreszeit an sechs Sonntagen stattfindet. Nach den Filmen werden diese nachbesprochen und es gibt kreative Angebote rund um die gezeigten Filme. In Kooperation werden auch ein Lichtkunstfestival und Open Air Kino veranstaltet.

Medienpädagogik

Bild: Kraftstation / Christin Pomp

Das soziokulturelle Zentrum hat ein Tonstudio, in dem unter anderem Hörspiele und Lieder aufgenommen werden. In den letzten Jahren lag der Schwerpunkt der medienpädagogischen Arbeit in der Kraftstation jedoch auf der Filmarbeit. Die vorhandene (Film-)Technik, von Kameras über Tablets bis zu Schnittplätzen steht Jugendlichen offen zur Verfügung. Anleitung ist möglich und auch viele Projekte finden zu diesem Medium statt. Aus einem Ferienworkshop hat sich die wöchentliche YouTube-Gruppe entwickelt.

Making

Bild: Kraftstation / Christin Pomp

Im letzten Jahr hat sich zusätzlich das Making als neuer Arbeitsschwerpunkt etabliert. Das FabLab findet als eigenes Angebot wöchentlich statt, ist aber auch Teil der offenen Tür. Das offene Werkstattmodell ermöglicht es Jugendlichen, eigene Ideen umzusetzen. So kann beispielsweise der 3D-Drucker der Kreativwerkstatt nach Anleitung genutzt werden. Das soziokulturelle Zentrum gibt auch Anregungen: Im Winter werden aktuell individuelle Plätzchenausstecher gedruckt, die anschließend zum Backen vor Ort genutzt werden können.

Die vorhandene Technik in der Kraftstation ist vielfältig: dazu gehören Plotter, Vinyl-Drucker, RPG-Maker, Makey-Makey, Ozobots und ein Touchboard Starterkid. Diese Technik konnte die Kraftstation durch beantragte Fördergelder anschaffen und integriert sie nach und nach in offene und feste Angebote. Ziel dabei ist es Jugendlichen einen Einblick in die „Black Box“ – in technische Prozesse – zu geben, die sie nicht intuitiv verstehen können.

Gründe für die Auszeichnung als Empfehlung des Monats

Obwohl die Institution nur wenig Personal hat, setzt die Kraftstation immer wieder neue, innovative Konzepte um. Sie investiert viel Zeit in Förderanträge, um Kindern und Jugendlichen neueste, interessante Technik und zusätzliches Personal zur Verfügung stellen zu können. Die Kraftstation scheut sich dabei auch nicht, in Kooperationen zu arbeiten. Die Verzahnung der unterschiedlichen Bereiche (Schule, offene Jugendarbeit, Kulturelle Bildung, Medienpädagogik) führt dazu, dass Kinder und Jugendliche Ansprechpersonen bekommen, die sie bei ihrer produktiven Freizeitgestaltung unterstützen.