Oktober 2018: Internationales Zeitungsmuseum Aachen

Nicht nur Zeitungen und andere Presseerzeugnisse aus aller Welt kann man im Internationalen Zeitungsmuseum in Aachen bestaunen, denn das Museum bietet auch Einblicke in die Entwicklung der Arbeitsweisen von Journalist/innen und Medienschaffenden. 

Das Internationale Zeitungsmuseum Aachen auf einen Blick

Logo IZM Aachen
  • Das Museum beherbergt eine der umfangreichsten Zeitungssammlungen der Welt
  • Vorhanden sind erste Presseerzeugnisse aus dem 16. Jahrhundert bis zu aktuellen Printmedien und seltenen Sonder- und Erstausgaben
  • Das Museum führt wechselnde Sonderausstellungen zu unterschiedlichsten Themen, die in Zusammenhang zu Printmedien stehen können (z.B. Streetfotografie)
  • Wechselnde Workshops und Veranstaltungen für unterschiedliche Zielgruppen, z.B. Erzählcafés für Senioren
  • ab 2019 finden wieder Workshops zum Thema Fake News für Schulen in Aachen und Umgebung statt 

Weitere Informationen zum Internationalen Zeitungsmuseum auf der Webseite sowie im MPA-Eintrag.

Das Museum

Das Internationale Zeitungsmuseum befindet sich in einem der geschichtsträchtigsten Wohnhäuser in Aachen, das auch als „Großes Haus von Aachen“ bekannt ist. Im Haus befinden sich neben den Museuminhalte und wechselnden Sonderausstellungen auch das Archiv des Hauses, welches eine der umfangreichsten Zeitungssammlungen der Welt beherbergt. Zudem befindet sich im Haus eine Bibliothek, zu welcher der Zugang kostenfrei möglich ist. Interessierte finden hier über 3 000 Bände zum Thema Medien. Alle Bücher können in den Lesesälen gelesen werden. Mit Anmeldung ist es auch möglich, Zeitungen aus dem Archiv vor Ort unter die Lupe zu nehmen. 

Die Ausstellung

Die im Museum beheimatete Ausstellung beschäftigt sich mit Themen, die in Zeiten von vermehrten Vorwürfen gegenüber Medienunternehmen und Hashtags wie „Lügenpresse“ von höchster Relevanz sind. So geht es beispielsweise darum, wie Ereignisse in die Nachrichten kommen. Beleuchtet wird dabei die Arbeit von Journalist/innen und Nachrichtenagenturen, die Ereignisse filtern und aufbereiten.

Durch die Entstehung von Massenkommunikation veränderte sich die Weitergabe von Nachrichten und Informationen grundlegend. Besucher/innen können sich dabei nicht nur über die Besonderheiten von Zeitungen informieren, sondern auch andere große Massenmedien und deren Eigenarten besser kennenlernen.

Ein weiterer Fokus der Ausstellung liegt auf der Geschichte von Schrift und Typografie und des Lesens. Von der Tontafel bis zur Zeitung auf dem Smartphone: Besucher/innen können hier das eigene Leserverhalten und Besonderheiten auf der ganzen Welt genauer kennenlernen. 

Förderung von Medienkompetenz in der Ausstellung

Schülerin im Museum

Aktuell wird im Museum eine Führung zum Thema Medienkompetenz entwickelt, die den Fokus auf die Hintergründe der Nachrichtenströme sowie die Manipulierbarkeit von Bildern legt. Selbstverständlich ist es jedoch bereits jetzt den Besuchern möglich, sich im Internationalen Zeitungsmuseum gezielt in diesem Bereich fortzubilden. Dazu passt beispielsweise die Übersicht darüber, wie Nachrichten zustande kommen und welche Sorgfalt bei der Nachrichtenauswahl von Journalisten erfordert wird. 

Workshops zum Thema Fake News

Im Jahr 2017 fanden über 10 Workshops des Internationalen Zeitungsmuseums in Kooperation mit dem Aachener Zeitungsverlag an Schulen in und um Aachen statt. In den Workshops berichtete ein Fotojournalist über Möglichkeiten der Fotomanipulation und wie diese erkennbar sein können. Der CvD er Aachener Zeitungsverlage berichtete aus Journalistenperspektive über den Umgang mit Hasskommentaren und Hatespeech.

Der Museumsleiter, Andreas Düspohl, berichtete den Schüler/innen über geschichtliche Hintergründe der Zensur in Massenmedien. In den Workshops wird zudem Wert auf Austausch und eine offene Diskussion mit den Teilnehmer/innen gelegt.

Im Jahr 2019 sollen aktualisierte Workshops für Schüler/innen ab der 8. Klasse angeboten werden. Die Workshops können für einzelne Klassen gebucht werden, aber auch Vorträge vor ganzen Klassenstufen sind möglich. Die bisher größte Veranstaltung fand 2017 vor etwa 400 Schüler/innen in einer Aula statt. „Trotzdem waren alle ruhig und aufmerksam. Das ist wohl das größte Lob für unseren Workshop“, berichtet Museumsdirektor Andreas Düspohl. Interessierte können sich für weitere Informationen und einen Platz auf der Anmeldeliste für 2019 direkt beim Museum melden. Hierbei gilt: Je früher man sich anmeldet, desto eher erhält man einen der begehrten Plätze. 

Gründe für die Auszeichnung als Empfehlung des Monats

Die Ausstellung des Internationalen Zeitungsmuseum beleuchtet ein aktuell höchst brisantes Thema: Die Entstehung und Manipulierbarkeit von über Massenmedien verbreitete Nachrichten. Zu erlernen, wo und wie Nachrichten entstehen, welche Qualitätsmerkmale es gibt und wie Nachrichten verbreitet werden, schult vor allem die Informationskompetenz der Besucher/innen. Dies stellt eine wichtige Dimension der Medienkompetenz dar, die in Zeiten von Fake-News und einer schier endlosen Informationsauswahl im Netz immer wichtiger wird – für alle Altersgruppen. Hervorzuheben ist zudem das Engagement des Internationalen Zeitungsmuseums in Schulen in und um Aachen. 

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