fluter. Heft Nr. 68: Thema Daten

„Alles und jedes kann zu Daten werden, alle Daten können zu Geld gemacht werden, sich gegen dich wenden oder dir nutzen.“ Mit diesen Worten beginnt die Ausgabe 68 des Jugendmagazins fluter. von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) zum Thema Daten.

Der fluter.

fluter. Ist ein Magazin der Bundeszentrale für politische Bildung, das einmal im Quartal kostenlos in den Briefkästen vieler Jugendlicher landet. Die digitalen Ausgaben gibt es jeweils frei im Netz zum Download. In jedem Heft wird ein Thema von verschiedenen Seiten beleuchtet und ansprechend bebildert.

Die Artikel sind in einem erzählerischen, veranschaulichenden Stil geschrieben, lockere Ausdrücke gehören genauso dazu, wie das Spielen mit der Sprache. Auch die Artikelformen sind offen: von Reportagen über Glossare bis zu Bilderstrecken lässt sich alles finden. Es ist deutlich: Der fluter. achtet darauf dynamisch zu sein, wie seine junge Zielgruppe. Jedes Heft gibt am Ende Hinweise auf weitere Inhalte im Internet.

Auf der Webseite fluter.de gibt es eine Mediathek und täglich neue Artikel zu aktuellen Themen. Seit 2001 sind bereits 68 Ausgaben des fluter. erschienen. Themen sind Regionen (zum Beispiel: Afrika, Türkei, USA, NRW), Gegenstände gesellschaftlicher Diskurse (Bildung, Arbeit, Sport, Armut, Sprache, Drogen), offensichtlich politische Themen (DDR, Protest, Demokratie, Menschenrechte), aber auch sehr Persönliches, für Heranwachsende Relevantes (Identität, Sex, Geschlechter, Glaube, Integration). Bereits in vergangenen Ausgaben wurden relevante Themen der Medienpädagogik aufgegriffen. In der aktuellen Ausgabe geht es um das Thema „Daten“.

Ausgabe Nr. 68 – Die Bedeutung der Daten

Die aktuelle Ausgabe beleuchtet das Thema "Daten" aus verschiedenen Blickwinkeln anhand konkreter Beispiele. Dabei wird die Rolle von persönlichen Daten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft beleuchtet und die besondere Rolle des Internets hervorgehoben. Einen Fokus legt der fluter. zudem auf die Auswirkungen der Monetarisierung von Daten.

In einer vierteiligen Serie wird darauf aufmerksam gemacht, wer Geld mit Daten verdient, obwohl Verbraucher nicht damit rechnen und welche Methoden dabei zum Einsatz kommen: Die Deutsche Post, die Informationen über Einwohner zu Werbezwecken verkauft, Kriminelle, die E-Mail-Adressen und Passwörter für Spam-Bots und für alle ersichtlich ins Internet stellen, Apps, die Daten an große Konzerne weitergeben und Supermärkte, die mithilfe der eingeschalteten WLAN-Funktion am Handy Bewegungsprofile erstellen und dabei zurückverfolgbare Informationen über die Einkäufe ihrer Kunden sammeln kann – ganz ohne Payback-Karte.

Zwischen Datenschutz und Überwachung

Der fluter. zeigt auch auf, wie der Umgang mit persönliche Daten zum Spielball unterschiedlicher politischer Systeme werden kann. Während in Deutschland und Europa Gesetze und Verordnungen zum Schutz der Verbraucher eingesetzt werden sollen, kann es in anderen Ländern ganz anders aussehen.

Ein Beispiel dafür ist das Social Credit System, das derzeit in China entwickelt wird und durch massenhafte Überwachung Vergehen sofort bestrafen und positives Verhalten belohnen soll. Es gibt auch Algorithmen, die – anhand gigantischer Datensammlungen – die Wahrscheinlichkeit für zukünftige von einzelnen Bürgern verübte Straftaten vorhersagen oder die Kriminalitätsrate eines Viertels berechnen sollen. Letzteres wird in Deutschland bereits für Einbruchsstatistiken getestet – bisher jedoch nicht mit besonders großem Erfolg.

Die positive Seite

Daten können aber auch nützlich sein: in sicheren Händen und freiwillig von der Bevölkerung für guten Journalismus zur Verfügung gestellt. Die Daten können beispielsweise dabei helfen, gesellschaftliche Probleme, wie beispielsweise die großen Herausforderungen im Wohnungsmarkt, aufzuzeigen.

Und es gibt Menschen wie Edward Snowden, Aaron Swartz und Vereinigungen wie „AlgorithmWatch“ und den Chaos Computer Club (CCC), die Daten positiv nutz(t)en und sich für den Datenschutz oder den freien Zugang Aller zu Informationen einsetz(t)en. Was der fluter. nicht macht: mit erhobenem Zeigefinger Jugendliche für die massive Weitergabe von Daten über das Smartphone rügen.

Persönliche Daten schützen

Das Heft bietet keine Antworten auf die Frage, wie all die problematischen Folgen der Datensammlung durch große Konzerne und Regierungen eingedämmt werden können. Es klärt allerdings über Problematisches auf und gibt auf einer Doppelseite (Seite 34) Tipps, wie man weniger persönliche Daten von sich preisgeben kann. Auf der Webseite des fluter. gibt der Artikel „Lass Daten Taten folgen“ zudem zwölf Basistipps zum Datenschutz

Am Ende bleiben Fragen und Appelle für die Zukunft. Thorsten Schilling von der bpb schreibt: „Wenn wir wirklich mehr wollen, müssen wir das Recht auf informationelle Selbstbestimmung neu erfinden und gestalten. […] Wie sähen die Daten einer Gesellschaft aus, in der das gute Leben der Vielen mit der gerechten Verteilung, dem nachhaltigen Gebrauch und der demokratischen Kontrolle der Ressourcen einhergeht?“