Praxistipp: Vorlagen für die Filmarbeit

Filmprojekte mit Jugendlichen durchzuführen kann Spaß und  Herausforderung zugleich sein. Beginnt man zum ersten Mal ein solches Projekt, blickt man einer Reihe von Herausforderungen entgegen. Wer bereits erfahren ist und mit einem eingespielten Team von Jugendlichen zusammenarbeitet, kann man sich an größere Projekte wagen.

Eine Herausforderung teilen jedoch alle: Am Filmset müssen Szenen innerhalb einer vorgegebenen Zeit gedreht werden. Gute Vorbereitung ist daher wichtig. Auch der Schnitt sägt am Geduldsfaden der Teilnehmenden – das muss sich ändern. Aber wie? Die folgenden Vorlagen können eine Hilfe sein.

Grundlagen-Box

Die folgenden Vorlagen sind für bereits erfahrenen Film-Pädagog/innen oder die Arbeit mit filmerfahrenen Jugendlichen geeignet. Hier gibt es einige Materialtipps für die Klärung der Grundlagen im Vorraus:

Unterrichtsmaterial zum Thema Einstellungsgrößen, Kameraperspektiven und Kamerabewegung gibt es bei Planet Schule!

Die kostenlose App TopShot bietet Beispielmaterial und Übungen zu Kameraperspektive, Einstellungsgrößen, Filmschnitt und -montage, Filmlook und Musik.

Die Handreichung Trickfilm praktisch vermittelt Grundlagen zur schulischen und außerschulischen Trickfilmarbeit.

Grundlagen des Filmschnitts lassen sich hier nachlesen oder im Video Die Kunst des Filmschnitts anschauen. Einen kürzeren Einblick gibt dieses Videotutorial.

Shotlist und Floorplan

Die Shotlist und der Floorplan sind große Hilfen am Filmset, mit welchen die Kameraarbeit gut vorgeplant werden kann. Während der Dreharbeiten muss dann nicht mehr diskutiert werden, welches Filmmaterial für den Schnitt benötigt wird. Der Einsatz dieser Tools, mit denen auch Profis arbeiten, erfordern jedoch etwas Vorstellungsvermögen. Daher bietet es sich an, vorab eine Ortsbegehung aller Drehorte zu planen und die Szene vor Ort "trocken" zu üben. Um mit diesen Hilfsmitteln arbeiten zu können benötigen Jugendliche Vorwissen über Einstellungsgrößen, Perspektive und Kamerabewegungen. Sind Vokabeln wie Totale, Halbnahe, untersichtig, Schwenk u.s.w. geläufig, können Vorlagen erstellt und mit Hilfe dieser am Set besser kommuniziert werden, was geplant ist.

Storyboard

Mit einem Storyboard können sowohl für Trickfilmproduktionen als auch beim (Kurz-)Spielfilm Szenen aus dem Drehbuch vor dem eigentlichen Dreh skizziert werden.

Beim Kurzfilmdreh mit Kindern und Jugendlichen kann es ein Drehbuch auch ersetzen. Durch die Zeichnung eines Storyboards oder das Erstellen eines Fotoboards mit Standbildern einer Probe, können Kameraeinstellungen und Perspektiven bereits sichtbar werden ohne, dass diese benannt werden müssen. Es ist also möglich das Storyboard bereits in Kameraeinstellungen einzuteilen. Für eine intensivere Planung der Kameraarbeit können zusätzlich die Vorlagen Storyboard und Floorplan genutzt werden. Das Storyboard hilft aber auch bei der Vorbereitung von Räumen und Requisiten, denn es ist erkennbar, was später zu sehen sein wird.

Beim Trickfilm ist das Storyboard ein sinnvoller Ersatz für ein Drehbuch. Hiermit können Abläufe geplant werden und es wird deutlich welche Materialien notwendig sind. Außerdem werden Ideen zur Vertonung direkt mitgedacht, die sonst oft erst nach den Bildaufnahmen genauer durchdacht werden. Auf diese Weise werden genug Bilder und somit auch genug Zeit für gesprochene Sätze der Figuren gemacht. Während ein Teil der Gruppe den Trickfilm erstellt, können andere bereits passende Musik und Geräusche recherchieren oder selbst aufnehmen.

Schnittprotokoll

Ein Schnittprotokoll, das während der Dreharbeiten gut geführt wird, erleichtert den Filmschnitt enorm. Anhand dessen können Editor/innen zum Beispiel Ton und Bild schneller zusammenbringen, wenn diese getrennt aufgezeichnet wurden. Außerdem wissen sie, wenn eine Einstellung mehrfach gedreht wurde, welcher Take am besten war. Falls es in dem Take dennoch ein Problem gibt, können sie auf einem Blick sehen, weshalb ein vorheriger Takes nicht genommen wurde und den nächstbesten nehmen.

So können frustrierende, aufwändige Tätigkeiten beim Filmschnitt abgekürzt und schneller ein gutes Ergebnis erzielt werden. Für das Filmset entsteht dadurch eine weitere wichtige Aufgabe, die besonders bei großen Gruppen dafür sorgt, dass mehr Jugendliche eingebunden werden können.